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Mittelstandsumfrage Frühjahr 2026: Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief
Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1995 gefallen – niedriger als während der Finanzkrise, der Corona-Pandemie oder der Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Nur noch 52 Prozent der Unternehmen planen, in den kommenden sechs Monaten in ihren Betrieb zu investieren. Das zeigt die aktuelle Mittelstandsumfrage von DZ BANK und dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), für die mehr als 1.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.
Irankonflikt lässt Geschäftserwartungen stagnieren
Die Geschäftserwartungen der mittelständischen Unternehmen blieben in diesem Frühjahr weitgehend unverändert. Dass der Krieg im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus bis Ende März keine größeren negativen Auswirkungen auf die Unternehmensstimmung gezeigt haben, dürfte vor allem auf drei Gründe zurückzuführen sein. So sind die meisten der von uns im Laufe des März befragten Unternehmen wohl der Ansicht gewesen, dass es sich beim Iran-Krieg nicht um eine längerfristige Entwicklung mit weitreichenden globalen Auswirkungen handelt.
Geschäftslagebewertung stieg trotz höherer Kosten
Die Geschäftslagebewertung im Mittelstand legte trotz des Iran-Kriegs zum zweiten Mal in Folge zu. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen bleibt nach 22 Punkten im vergangenen Herbst mit 42 Punkten aber weiterhin unter dem seit dem Jahr 1995 berechneten Mittelwert von 44 Punkten (Durchschnitt seit 2005: 54 Punkte). Zum Vergleich: Beim ifo Geschäftsklima stieg die Geschäftslage im Mai und im Juni, so dass sie mittlerweile ebenfalls über ihrem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs liegt.
Investitionsbereitschaft fiel auf Allzeittief
Die Investitionsneigung der mittelständischen Unternehmen fiel im Zuge des Iran-Kriegs auf ein neues Allzeit-Tief. Dabei war schon das Ergebnis der vergangenen Herbstbefragung niedrig. Die anhaltende Konjunkturschwäche ohne einen zwischenzeitliche Erholungsphase sowie die weiterhin weit unterdurchschnittlich ausgelasteten Kapazitäten der deutschen Industrie ließen die Investitionsbereitschaft der befragten Mittelständler aber noch weiter sinken. Mit 52% liegt sie nun unter ihrem Wert vom Herbst 2009. Damals mussten die Unternehmen die Folgen aus der Finanzkrise bewältigen.
Schwache Inlandskonjunktur lässt Auslandsaktivität erneut steigen
Die schwache Inlandskonjunktur lässt immer mehr Mittelständler ins Ausland blicken. Dementsprechend hat das Auslandsengagement der mittelständischen Unternehmen erneut zugenommen. Es übertrifft mit 53,7% inzwischen sogar leicht den langjährigen Mittelwert von 52,2%. Dennoch befindet es sich noch ein gutes Stück unter dem bisherigen Höchststand von 57,4%, der im Herbst 2015 erreicht worden war.
Neben der seit 1995 zwei Mal im Jahr durchgeführten VR Mittelstandsumfrage, einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 mittelständischen Unternehmen im Frühjahr 2026 in Deutschland, enthält der vorliegende Mittelstandsbericht mit der VR Bilanzanalyse eine detaillierte Auswertung der Abschlussdaten, welche mittelständische Firmenkunden für die Jahre ab 2001 einreichten.
Über die Mittelstandsstudie der DZ BANK: Die 61. Umfrage seit 1995
Die Mittelstandsstudie widmet sich der wirtschaftlichen Lage des Mittelstandes. Seit 1995 wird die Mittelstandsstudie durchgeführt und publiziert. Über die Jahre ist ein einzigartiger Datensatz entstanden, da die Umfrage in sich über den gesamten Zeitraum identisch und vergleichbar geblieben ist.
Zweimal jährlich führt die DZ BANK zu wichtigen konjunkturellen Eckdaten eine Mittelstandsumfrage durch. Zu diesem Zweck führt ein unabhängiges Marktforschungsinstitut mit Hilfe eines von der DZ BANK konzipierten Fragebogens rund 1.000 telefonische und Online-Interviews mit Inhabern, Geschäftsführern und leitenden Angestellten mittelständischer Unternehmen durch. Die Umfrage wird nun schon seit 2013 als gemeinsamer Mittelstandsbericht von DZ BANK und BVR unter dem Titel Mittelstand im Mittelpunkt veröffentlicht.
Mittelständische Entscheidungsträger soll die Studie darin unterstützen, die eigene Unternehmenssituation, angestrebte Entwicklungsperspektiven oder Probleme mit den Umfrageergebnissen ihrer Branche zu vergleichen und gegebenenfalls Rückschlüsse für die Unternehmensstrategie daraus zu ziehen.
Die wichtigsten Umfrageergebnisse sind in der Publikation 'Mittelstand im Mittelpunkt' kurz zusammengefasst. Gleichzeitig finden Sie hier auch die wesentlichen Fakten zur Wirtschaftslage und Wirtschaftsentwicklung im Mittelstand.
Claudia Gerwien
Zentralbereich Firmenkundengeschäft
claudia.gerwien@dzbank.de 040 35900 - 168Ihre Ansprechpartnerin zum Thema Mittelstandsstudie der DZ BANK.