Die Wärmewende ist eine der zentralen Investitionsaufgaben für Stadtwerke und kommunalnahe Unternehmen. Bis 2030 werden laut BDEW und EY Investitionen in Höhe von 32 Milliarden Euro allein in Fernwärme notwendig sein. Damit wächst der Bedarf an Finanzierungslösungen, die hohe Investitionsvolumina tragfähig strukturieren und neue Wege der Kreditaufnahme ermöglichen.
Warum Nah- und Fernwärme an Bedeutung gewinnen
Netzgebundene Wärmeversorgung rückt stärker in den Fokus. Ein wichtiger Treiber ist die kommunale Wärmeplanung: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mussten bis Ende Juni 2026 eine Wärmeplanung vorlegen. Kleinere Kommunen und Städte werden spätestens in zwei Jahren folgen.
Warum die Finanzierung komplexer wird
Mit dem Ausbau von Fernwärme steigen zugleich die wirtschaftlichen Anforderungen. Im Vergleich zu Strom- und Gasnetzen unterliegen Wärmenetze nicht der Regulatorik durch die Bundesnetzagentur. Entsprechend können Investitionskosten nicht über regulatorisch geregelte Netznutzungskosten vereinnahmt werden, sondern müssen über den Wärmeverkauf refinanziert werden.
Da Nah- und Fernwärme oftmals im Wettbewerb zu dezentralen Wärmelösungen (z.B. Wärmepumpe, Gas- oder Ölheizung) stehen, ist es bei der Planung von Vorhaben essentiell, frühzeitig großvolumige Ankerabnehmer zu identifizieren. Häufig kommen dafür kommunale oder gewerbliche Kunden wie Verwaltungsgebäude, Schulen, Krankenhäuser oder Industriebetriebe infrage. Sie können einen verlässlichen Grundabsatz sicherstellen und damit die Wirtschaftlichkeit der Projekte verbessern.
Wir verstehen die Herausforderungen, vor denen Stadtwerke und kommunalnahe Unternehmen im Zuge der Wärmewende stehen. Wir unterstützten unsere Kunden dabei und entwickeln gemeinsam mit ihnen passende Finanzierungslösungen, um die Aufgaben zu bewältigen.
Finanzierungsstrategien für den Ausbau von Wärmenetzen und -erzeugung verbreitern
Um die notwendigen Investitionen zu ermöglichen, müssen Stadtwerke und kommunalnahe Unternehmen ihre Finanzierungsbasis breiter aufstellen. Dafür kommen insbesondere folgende Ansätze in Betracht.
Ein erweiterter Bankenkreis kann dazu beitragen, die Kreditaufnahme bei steigenden Investitionsbedarfen von Stadtwerken oder kommunalen Unternehmen sicherzustellen. Wir begleiten Sie mit fachspezifischem Know-how bei der Finanzierung Ihrer Wärme-Investition.
Viele Investitionsvorhaben, wie die Transformation bestehender und die Errichtung neuer Wärmenetzsysteme sind förderbar. Wir beraten und begleiten Sie auf dem Weg zur passenden Fördermaßnahme.
Größere Vorhaben werden oftmals in Konsortialstrukturen umgesetzt. Für viele Stadtwerke ist diese Finanzierungsform neu oder mit komplexeren Anforderungen verbunden, da sie bislang noch nicht in vergleichbaren Strukturen gearbeitet haben. Wir begleiten Sie bei der Professionalisierung der Finanzierungsprozesse.
Kapitalmarktnahe Transaktionen, zum Beispiel in Form von Schuldscheindarlehen, können dazu beitragen, die Investorenbasis zu verbreitern. Neben Banken lassen sich damit auch private Investoren wie Versicherungen einbinden. Wir begleiten Sie bei Ihrer Finanzierung über den Kapitalmarkt.
So hat die BEW Berliner Energie und Wärme ein finanzielles Fundament für die Wärmewende gelegt
Für Berlin mit seinen knapp vier Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern war aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur kommunalen Wärmeplanung bis Ende Juni 2026 die Aufstellung eines Wärmeplans erforderlich. Während das Land Berlin für diese kommunale Wärmeplanung und damit den strategischen Rahmen der Wärmewende verantwortlich ist, übernimmt die BEW als größter Fernwärmeversorger der Hauptstadt eine zentrale Rolle bei deren Umsetzung. Für die Finanzierung zentraler Transformationsprojekte hat das Unternehmen Finanzierungen in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro gesichert.
Die Finanzierung kombiniert langfristige Förderkonditionen der KfW mit der Kreditbereitstellung durch ein Bankenkonsortium. Mit einem Volumen von einer Milliarde Euro, Kreditlaufzeiten von 20 Jahren und einer besonderen Struktur setzt die Transaktion im deutschen Kreditmarkt für Energieinfrastrukturunternehmen neue Maßstäbe. Für ein Fernwärmeunternehmen in Deutschland ist eine Konsortialfinanzierung in dieser Form bislang einmalig. Unternehmen, Eigentümer, Politik und Finanzwirtschaft tragen gemeinsam dazu bei, zentrale Transformationsprojekte auf eine verlässliche Grundlage zu stellen.
Die Finanzierungsrunde baut auf der 2025 abgeschlossenen Brückenfinanzierung der BEW auf und überführt diese in eine langfristig stabile Struktur. Möglich wurde dies auch durch die Einstufung der Transformationsprojekte der BEW als besonders förderwürdig in den Programmen der KfW. Je nach KfW-Programm konnten die vorgesehenen Höchstgrenzen um ein Vielfaches überschritten und Investitionen nach Abzug von Zuschüssen vollständig finanziert werden.
Konkrete Projekte finanziell abgesichert
Insgesamt sind Projekte mit einem Volumen von rund 1,6 Milliarden Euro priorisiert und im KfW-Förderrahmen hinterlegt. Diese Projekte sind zentrale Bausteine des aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplans der BEW. Sie tragen maßgeblich dazu bei, die Wärmeversorgung Berlins schrittweise klimaneutral auszurichten.
Die Konsortialfinanzierung schafft für uns Planungssicherheit über viele Jahre. Mit der DZ BANK als Finanzierungspartner können wir wichtige Investitionen in die Transformation unserer Wärmeerzeugung verlässlich angehen.
Für die Zukunft aufgestellt
Zusammen mit Eigenkapitalbeiträgen des Gesellschafters Land Berlin ergibt sich eine verlässliche Finanzierung für die kommenden Jahre. Die BEW schafft damit die Voraussetzung, die Transformation der Berliner Fernwärmeversorgung weiter voranzutreiben. Insgesamt investiert das Unternehmen bis 2030 rund 3,5 Milliarden Euro. Als DZ BANK freuen wir uns, mit der Konsortialfinanzierungen dazu beitragen zu können, die energieinfrastrukturellen Transformationsvorhaben langfristig abzusichern.
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