Ein Windrad vor Feldern und einem Industriekomplex veranschaulicht den Umbau des Energiesystems: Heimische erneuerbare Energien sollen fossile Energieträger zunehmend ersetzen, die Versorgungssicherheit stärken und die Abhängigkeit von Energieimporten verringern.

Wie Fördermittel die Finanzierung der Energie- und Wärmewende unterstützen können

Die Transformation des deutschen Energiesystems ist eine der größten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben der Nachkriegsgeschichte. War die Debatte lange Zeit primär von ökologischen Argumenten geprägt, so haben geopolitische Verwerfungen der jüngeren Vergangenheit die Dringlichkeit der Energie- und Wärmewende auch unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit und der wirtschaftlichen Souveränität radikal beschleunigt. Die für den Umbau nötigen Investitionen stellen die Akteure vor große Herausforderungen, doch Fördermittel können die Finanzierung erleichtern.

Geopolitische Notwendigkeit: Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Importen

Die Energie- und Wärmewende ist heute weit mehr als Klimaschutz – sie ist ein zentrales Instrument der ökonomischen Resilienz. Jahrzehntelang basierte das deutsche Wirtschaftsmodell zu erheblichen Teilen auf dem Import günstiger fossiler Energieträger aus dem Ausland, insbesondere aus Russland. Diese Abhängigkeiten haben sich als volatiles Klumpenrisiko für den gesamten Wirtschaftsstandort erwiesen. 

 

Der konsequente Verzicht auf Kohle, Erdöl und Erdgas und der gleichzeitige Übergang zu heimischen, regenerativen Energiequellen wie Wind, Sonne, Geothermie, Biomasse und grünem Wasserstoff reduzieren die Abhängigkeit von Lieferländern und langen Lieferketten. Jeder Schritt hin zu einer dezentralen, grünen Energieerzeugung reduziert den fossilen Energie-Import, bindet Wertschöpfung in den Regionen und schützt die heimische Industrie sowie Verbraucher vor Preisschocks an den globalen Energiemärkten. Die Wärmewende – als größter Hebel des nationalen Endenergieverbrauchs – nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein.

Die Kommunale Wärmeplanung als strategischer Kompass

Für Immobilienbesitzer und Unternehmen war die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung lange Zeit von hoher Unsicherheit geprägt. Die Frage, ob sich eine Investition in eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung langfristig auszahlt oder die Wärmeversorgung in Zukunft ohne große Investition eines Einzelnen durch einen Fernwärmeanschluss erfolgen kann, blieb ungeklärt.

 

Hier schafft die gesetzlich verankerte Kommunale Wärmeplanung (KWP) Klarheit. Bis spätestens 2026 (Großstädte) bzw. 2028 (kleinere Gemeinden) müssen Kommunen detaillierte Pläne vorlegen, die aufzeigen, welche Energieträger zukünftig über die jeweiligen Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden:

  • Wo entstehen Wärmenetze (Fern- und Nahwärme)?
  • In welchen Gebieten wird das Gasnetz langfristig zurückgebaut?
  • Wo sind dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen die primäre Option?

Diese Planung gibt privaten und gewerblichen Eigentümern die dringend benötigte Investitionssicherheit. Erst auf Basis dieser kommunalen Leitplanken lassen sich langfristige gesamtheitliche Sanierungsfahrpläne erstellen und auf Seite der Banken Finanzierungskonzepte tragfähig kalkulieren.

Immenser Investitionsbedarf bei Immobilienbesitzern und produzierenden Unternehmen

Der konkrete Kapitalbedarf für die physische Umsetzung der Wärmewende ist enorm und teilt sich im Wesentlichen in zwei Bereiche:

Ein Handwerker installiert oder wartet die Außeneinheit einer Wärmepumpe an einer Hauswand. Die Technik steht für die Dekarbonisierung der Gebäudewärme und den Investitionsbedarf privater und gewerblicher Immobilienbesitzer.

Private und gewerbliche Immobilienbesitzer (Gebäudewärme)

Der Gebäudesektor ist für rund 30 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um die Klimaziele zu erreichen, muss die Sanierungsquote signifikant steigen. Immobilienbesitzer stehen vor der Herausforderung, Heizungsanlagen auszutauschen und gleichzeitig die Dämmung der Gebäude zu optimieren, um die Vorlauftemperaturen zu senken. Dies erfordert pro Wohneinheit oft Investitionen im mittleren fünf- bis sechsstelligen Bereich, was insbesondere private Haushalte und kleinere Wohnungsbaugesellschaften finanziell an ihre Grenzen bringen kann.

Eine Rohrleitung in einer Industrieanlage steht für den hohen Energiebedarf der Prozesswärme. Ihre Umstellung von fossilen Energieträgern auf Strom, Biomasse oder grünen Wasserstoff erfordert umfangreiche Investitionen in Produktionsanlagen und Energieversorgung.

Produzierende Unternehmen (Prozesswärme)

In der Industrie entfällt der Großteil des Energieverbrauchs auf Prozesswärme, zum Beispiel für Schmelz-, Trocknungs- oder chemische Prozesse. Die Umstellung von Erdgas auf elektrisch erzeugte Prozesswärme, Biomasse oder grünen Wasserstoff erfordert die komplette Neukonzeptionierung von Produktionsstraßen. Da diese Anlagen oft hochgradig individualisiert sind und lange Lebenszyklen aufweisen, sind die Umstellungskosten immens. Zudem müssen Unternehmen meist parallel in eigene Erzeugungskapazitäten wie industrielle PV-Anlagen investieren, um die Betriebskosten der elektrifizierten Prozesse kalkulierbar zu halten.

Große Herausforderungen für Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber

Obwohl der Wille zur Transformation da ist und auf der Verbraucherseite investiert wird, stehen die lokalen Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber vor der wohl größten Herausforderung seit der Elektrifizierung des Landes. Die Netze müssen für höhere Leistungsfähigkeit grundlegend umgebaut werden, um neuen Lasten und Erzeugungsmustern standzuhalten.

Das Flussdiagramm zeigt zwei zentrale Treiber des Netzausbaus: den steigenden Strombedarf durch E-Mobilität, Wärmepumpen und elektrische Prozesswärme sowie die dezentrale Einspeisung aus Photovoltaik, Windenergie und Batteriespeichern. Beides erfordert leistungsfähigere Stromverteilnetze und einen bidirektionalen Lastfluss.
Das Flussdiagramm zeigt zwei zentrale Treiber des Netzausbaus: den steigenden Strombedarf durch E-Mobilität, Wärmepumpen und elektrische Prozesswärme sowie die dezentrale Einspeisung aus Photovoltaik, Windenergie und Batteriespeichern. Beides erfordert leistungsfähigere Stromverteilnetze und einen bidirektionalen Lastfluss.

Drei Treiber belasten die bestehenden Verteilnetze massiv, wodurch der Strombedarf in den kommenden Jahren drastisch steigen wird:

  1. E-Mobilität: Die Errichtung von privaten und öffentlichen Ladesäulen führt zu punktuellen Lastspitzen im Netz.
  2. Wärmepumpen: Die Beheizung von Gebäuden über elektrische Wärmepumpen verlagert die Energienachfrage im Winter signifikant in das Stromnetz.
  3. Elektrische Prozesswärme: Gewerbe und Industrie benötigen deutlich höhere Anschlussleistungen für ihre elektrifizierten Anlagen.

Um Netzüberlastungen und sogenannte „Blackouts“ zu verhindern, müssen Umspannwerke erweitert, Ortsnetztransformatoren ausgetauscht und kilometerweise neue Erdkabel verlegt werden.

Ausbau in Gegenrichtung und Speicherintegration

Der Netzausbau ist jedoch keine Einbahnstraße. Durch den massiven Zubau von Photovoltaikanlagen auf privaten und gewerblichen Dächern wandeln sich Verbraucher zu sogenannten „Prosumern“. Das bedeutet, dass Strom vermehrt dezentral in den unteren Netzebenen eingespeist wird und phasenweise zurück in höhere Netzebenen fließt (bidirektionaler Lastfluss). 


Da die Einspeisung wetter- und tageszeitabhängig schwankt, müssen Verteilnetze nicht nur physisch verstärkt, sondern auch mit intelligenten Steuerungssystemen, sogenannten Smart Grids, und dezentralen Batteriespeichern ausgestattet werden. Nur so lassen sich Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen effektiv glätten.

Attraktive Förderprogramme unter dem Dach des Deutschlandfonds

Die Realisierung der Energie- und Wärmewende erfordert enorme Mengen an Fremdkapital. Mit dem Wegfall der staatlich garantierten EEG-Umlage hat sich die Risikobewertung für Banken jedoch grundlegend verändert: Marktpreisrisiken, ein erhöhter Strukturierungsaufwand bei kleineren Projekten und schwer prognostizierbare Erlöse bei Speichertechnologien erschweren die Standardisierung im Kreditgeschäft.

 

Um genau diese Hürden abzubauen, haben der Bund und die staatliche Förderbank KfW die Energie- und Wärmewende zu einem strategischen Schwerpunkt erklärt. Ein zentrales Instrument ist hierbei der Deutschlandfonds. Dieses gemeinsame Initiativprogramm zielt darauf ab, privates Kapital zu mobilisieren und zukunftsweisende Transformationsprojekte durch eine intelligente Kombination aus staatlicher Förderung und Risikoentlastung realisierbar zu machen.

 

Hinter dem Deutschlandfonds verbergen sich mehrere Werkzeuge – darunter auch Förderprogramme, die speziell auf Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke und Projektgesellschaften ausgerichtet sind. Der verbilligte Zinssatz und eine langfristige Zinsbindung schaffen einen finanziellen Freiraum für Investitionen in die Transformation.

 

Dazu nimmt die KfW den finanzierenden Banken Risiken ab und ermöglicht so auch komplexe Großprojekte wie den Infrastrukturumbau von Stadtwerken, die sonst bankinterne Risikolimits überschreiten würden. Das vereinfacht den Investoren der Kreditzugang.

Porträt von Wencke Engbers, Bereichsleiterin Investitionsförderung bei der DZ BANK. Sie erläutert, wie der Deutschlandfonds und passende Förderprogramme Energieversorgern planbare, vergünstigte Finanzierungen für Investitionen in die Wärmewende ermöglichen.

Der Deutschlandfonds und die dazugehörigen Förderprogramme sind ein wichtiger Impuls zur Umsetzung der Wärmewende. Energieversorger können die notwendigen Investitionen auf Basis einer planbaren und vergünstigten Finanzierung angehen.

Wencke Engbers, Bereichsleiterin Investitionsförderung, DZ BANK

Was einer nicht schafft, das schaffen viele – auch die Energie- und Wärmewende

In diesem komplexen Zusammenspiel kommt der DZ BANK als Zentralinstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe und Deutschlands größter Vermittlerin von Fördermitteln eine besondere Rolle zu. Sie steht im engen, kontinuierlichen Austausch mit der KfW und fungiert als zentrales Bindeglied zwischen den Förderinstituten und den Volksbanken Raiffeisenbanken. 


Diese sind als regional verankerte Finanzpartner prädestiniert dafür, die staatlichen Werkzeuge direkt zu den Akteuren vor Ort zu bringen. Über den Deutschlandfonds hinaus eröffnet eine Vielzahl weiterer Förderprogramme finanzielle Spielräume, mit denen die Vorhaben besonders kosteneffizient und erfolgreich realisiert werden können.


Das eingespielte Tandem aus Volksbanken Raiffeisenbanken und DZ BANK mit seiner langjährigen Fördermittel-Expertise bietet ihren Kunden eine ganzheitliche, kompetente Beratung. Die Beraterinnen und Berater wissen, worauf zu achten ist und übersetzen die komplexen staatlichen Förderprogramme der KfW in ein verständliches, maßgeschneidertes Finanzierungskonzept. 

Porträt von Lisa-Maria Kaulen, Förderberaterin bei der DZ BANK. Sie betont, dass eine frühzeitige Beratung hilft, geeignete Fördermittel passgenau in die Gesamtfinanzierung von Unternehmen und Kommunen einzubinden.

Die Förderlandschaft in Deutschland ist leistungsfähig, aber auch dynamisch und komplex. Unsere Aufgabe ist es, diese Komplexität aufzulösen und Fördermittel von Beginn an passgenau in die Gesamtfinanzierung einzubinden. Es lohnt sich, Experten frühzeitig einzubinden, um das Potenzial von Fördermitteln bestmöglich auszunutzen.

Lisa-Maria Kaulen, Förderberaterin, DZ BANK
Das Bild zeigt eine Umgebung im Freien mit mehreren Personen, die sich in einem Gespräch befinden. Im Hintergrund sind unscharf moderne Gebäude und ein Wasserbereich zu erkennen, was auf eine städtische Kulisse hinweist.

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