Research-Publikation der DZ BANK AG

Corona Sonderumfrage

Corona-Krise lässt Mittelstand auch im Herbst nicht los

Der erneute Lockdown beweist es: Die Corona-Krise ist noch längst nicht vorbei. Trotz deutlicher Erholungstendenzen belastet sie immer noch weite Teile des Mittelstands. Investitionen in Digitalisierung und Innovationen machen aber Mut für die Zukunft. Dies zeigen die Ergebnisse unserer zweiten repräsentativen Sonderumfrage zur Corona-Krise unter 1.500 Mittelständlern.

Dass die Corona-Krise auch für den Mittelstand noch längst nicht ausgestanden ist, zeigt sich auch in den Ergebnissen unserer aktuellen Sonderumfrage, deren Umfragezeitraum in die Zeit wieder steigender Fallzahlen fiel. Auf die ausgebliebene Nachfrage und die Lieferkettenprobleme reagierten 40 Prozent der befragten Mittelständler mit Umstrukturierungen ihrer Arbeitsprozesse. Für jeden fünften Befragten war sogar die Neuausrichtung von Produktion oder Geschäftstätigkeit notwendig. Trotz anhaltender Nutzung von Kurzarbeit konnten auch immer mehr Unternehmen Entlassungen nicht vermeiden. Dass Investitionen in „herkömmliche“ Maßnahmen wie die Erschließung neuer Märkte oder neue Arbeitsformen im Zeitalter der Digitalisierung alleine nicht ausreichen, sahen auch viele Unternehmen im deutschen Mittelstand.

Die Corona-Pandemie sorgte im ersten Halbjahr für eine globale Rezession ungekannten Ausmaßes. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies war insbesondere auf den damaligen Lockdown vieler Segmente der deutschen Wirtschaft zurückzuführen, der zeitlich größtenteils ins zweite Quartal fiel und dem sich auch die mittelständischen Unternehmen nicht entziehen konnten. Auch wenn zwischenzeitlich in den meisten Branchen bereits eine deutlich spürbare Erholung eingesetzt hat, bleibt die Corona-Krise für den deutschen Mittelstand die schwerste Belastung seit vielen Jahrzehnten.

Welches sind die konkreten Auswirkungen der Corona-Krise auf die Mittelständler und welche Faktoren spielen die wichtigste Rolle? Den größten Einfluss auf ihr Unternehmen maßen die befragten Mittelständler der Einführung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zu. Jeweils mehr als 40 Prozent gaben an, dass dies eine kleine oder sogar eine große Bedeutung hatte. Bemerkenswert dabei ist, dass sich bei diesem Punkt kaum Unterschiede zwischen Ost und West, zwischen den Branchen oder zwischen den Unternehmensgrößenklassen zeigten. Insgesamt nur etwas geringer fiel der Einfluss der notwendig gewordenen Flexibilisierung der Arbeit aus.  Außerdem nimmt die Bedeutung flexibler Arbeit mit steigender Unternehmensgröße kontinuierlich zu. Bei den Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 50 Mio. Euro waren es immerhin mehr als 90 Prozent. Mit jeweils mehr als 60 Prozent belasteten die Unternehmen aber auch die während der Krise in vielen Bereichen ausgebliebene Nachfrage sowie entstandene Probleme bei den Lieferketten stark.

Krise als Chance: Investitionen in Digitalisierung und Prozessautomatisierung

Ein wichtiges Ergebnis dieser Sonderumfrage ist, dass viele Unternehmen aus dem Mittelstand die Krise sogar als Anlass genommen haben, ihr Geschäftsmodell nicht nur krisenresistenter zu gestalten, sondern auch wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen. Sie investierten in Digitalisierung oder Prozessautomatisierung in der Erwartung, dass sich dies nicht nur kurzfristig während der Krise auszahlt.
 

Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den deutschen Mittelstand in unserer aktuellen Research-Publikation.